Triff die Elisabeths! - Ab Dezember 09 im KinoFranzösische Familienkomödie mit ernsten Tönen
Winterurlaub ist nicht nur was für reiche Weiße, denkt sich der arbeitslose Jean-Gabriel und verspricht seiner Familie leichtsinnig Skiurlaub in den französischen Alpen.
Hauptdarsteller Lucien Jean-Baptiste ist in Frankreich als Schauspieler und Synchronsprecher bekannt geworden. „Triff die Elisbeths!“ ist seine erste Regiearbeit. Das Drehbuch basiert auf seinem eigenen Kindheitserlebnis. Die französische Komödie hat unter anderem auf dem Filmfest Hamburg den Publikumspreis bekommen. Die Handlung: weißer Winterurlaub mit schwarzer Familie„Triff die Elisabeths“ ist eine typische Coming-of-Age Geschichte, in der der Protagonist zum Erwachsenen reift – allerdings ist es hier ein 38Jähriger, der erwachsen wird. Jean Gabriel (Lucien Jean-Baptiste), kurz JG, ist ein liebenswerter Träumer von den Antillen, der mit seiner französischen Frau Suzy (Anne Consigny) und ihren gemeinsamen Kindern in Paris lebt. Während Suzy sich abschuftet, um die Familie zu ernähren, träumt JG von einem Job beim Radio und verwettet sein Geld bei Pferderennen. Als er seinen Kindern einen Skiurlaub verspricht, reicht es Suzy. JG soll alleine zusehen, wie er das schafft. Tatsächlich treibt JG Geld auf und startet mit einem geliehenen Auto, den drei Kindern und seiner Mutter in den Urlaub. Aber damit beginnen seine Probleme erst. JGs Mutter (Firmine Richard) denkt nicht daran, Kindermädchen zu spielen, die Vermieterin ist entsetzt, dass die Elisabeths schwarz sind und JG hat nicht genug Geld, um die Miete zu bezahlen. „Triff die Elisabeths!“: Witz durch Umkehrung von KlischeesKomödien entsteht der Witz durch das Zusammenprallen von Gegensätzen. In „Triff die Elisabeths!“ ist es zuerst einmal der Schwarz-Weiß-Kontrast. Selbst bei JGs Landsleuten löst die Vorstellung von Schwarzen im Schnee Lachstürme aus. Wintersport – das ist nur was für reiche Weiße. Die Elisabeths sind der schwarze Fleck in der weißen Winterwelt. Witz bezieht der Film auch aus der Umkehrung von Klischees. Die Ehefrau ist weiß und Familienernährer, der Vater ist ein großes Kind, das Kind von schwarzen Einwanderern singt auf der Bühne voller Inbrunst ein patriotisches französisches Lied. Angenehm ist auch der Verzicht, aus den Figuren Stereotypen zu machen. „Triff die Elisabeths!“: Leise Komödie mit ernsten ThemenNatürlich nutzt eine Komödie die Situation: „Anfänger fahren das erste Mal Ski“ zu Slapsticknummern aus, aber wälzt sie nicht unnötig aus, sondern besitzt genug andere Themen, auf die sie zurückgreifen kann. Neben Rassismus geht es in „Triff die Elisbeths!“ auch um Identität, Familie, Erwachsenwerden. Für eine Komödie ist der Film erstaunlich ernsthaft. Neben komischen Szenen gibt es auch viele leise, anrührende und nachdenkliche Momente. Heimlicher Star des Films ist Firmine Richard als resolute Bonne Maman. Egal, ob sie ihrem Sohn die Leviten liest, die rassistische Nachbarin um den Finger wickelt oder den Kampf mit dem Skilift aufnimmt, sie ist eine Wuchtbrumme mit großem Herzen und wirkt, als ob sie sich selbst spielt Fazit: Eine Komödie für jede AltersgruppeDie Komödie bietet für jeden Zuschauer eine Identifikationsfigur. Da gibt es den Vater, der endlich Verantwortung für seine Familie übernimmt, den halbwüchsigen Sohn, der sich in das weiße Mädchen verliebt, die mit Vorurteilen beladene Vermieterin, die ihr Herz entdeckt, zwei niedliche Kinder, die Großmutter mit Tatkraft und gesundem Menschenverstand. Ein Happy End ist obligatorisch für eine Komödie, „Triff die Elisbeths!“ vermeidet aber allzu märchenhaftes Ende. Alles in allem eine kurzweilige Komödie mit eher leisem Humor und besinnlichem Ernst, die für jedes Alter geeignet ist. Triff die Elisabeths! Frankreich 2008. Filmstart: 31.12.09. Verleih: KOOL Film. Laufzeit: 90 Min.
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